CAPE SOCCER GUIDE
 |
Fussball in Südafrika: Ein Feld der Träume |
Die internationalen Erfolge der südafrikanischen Fußballnationalmannschaft Bafana Bafana ("Die Jungs") sind zwar noch überschaubar – erfolgreicher sind derzeit vor allem die Teams im Kricket und Rugby -, aber allein durch die Anzahl seiner Spieler und Anhänger ist Fußball schon lange die heimliche Nummer 1 im südafrikanischen Sportgeschehen.
Mit der erfolgreichen Bewerbung Südafrikas als Ausrichter der Fußballweltmeisterschaft 2010 bietet sich die einmalige Gelegenheit, dem Rest der Welt zu zeigen, dass auch Südafrika guten Fußball zu spielen weiß – oder zumindest können wir beweisen, dass wir es verstehen, eine ordentliche Party zu feiern!
Wie auch andere kulturelle Darbietungsformen, zum Beispiel Musik, Literatur, Theater oder Kunst so war auch der Sport in Südafrika lange Zeit mit den politischen Entwicklungen aufs engste verwoben. Während der Apartheid war jedem offiziellen Fußballspiel die Rassentrennungsideologie der Regierung anzusehen.
Zu spielen, dafür zu kämpfen, spielen zu dürfen, fehlende finanzielle Unterstützung, das Verbot, Sportanlagen zu nutzen und somit die Möglichkeit der eigenen Entfaltung verwehrt zu bekommen, und am Ende doch irgendwie zu spielen – das war das Schicksal der nichtweißen Bevölkerung, als die Nationale Partei regierte. Als Nichtweißer seiner Leidenschaft nachzugehen bedeutete damals bereits einen Akt des Widerstandes. In vielleicht keiner anderen Sportart war das Unrecht sichtbarer, schmerzvoller, als im Fußball; dem Spiel, das alle Afrikaner so lieben und das in allen anderen Ländern dieser Erde als "Spiel für alle" so menschenverbindend zelebriert wird.
Heute verbindet und trennt die "schönste Nebensache der Welt" ihre massenhaften Anhänger endlich nur noch entlang einer einzigen Linie: es spielt "mein Team gegen deins". Im Angesicht der immer näher rückenden Weltmeisterschaft im eigenen Land kommt den Spielplätzen des südafrikanischen Fußballs einmal mehr eine über das Spiel hinausgehende Bedeutung zu: es ist ein Feld der Träume.
|