Weekend
Argus, Cape Town, September 4, 2004
DAS AUTHENTISCHE SA-REISEERLEBNIS FÜR TOURISTEN
Tauchen Sie in die Kultur und Geschichte
des Bo-Kaap ein,
schreibt Helen Bamford

Als die Kapstädterin Monique Le Roux auf die Idee kam Besuchern nicht
nur die allbekannten, hübschen Attraktionen, sondern das echte Südafrika
zu zeigen, hätte Sie nicht weiter weg von zuhause sein können.
Le Roux lebte fernab in treibenden Dörfern in Kambodscha und wurde,
der kambodschanischen Sprache nicht mächtig, doch aufs herzlichste
aufgenommen.
»Ich wurde dazu eingeladen, am Alltag
der Menschen teilzunehmen. Aus erster Hand lernte ich Dinge wie das Zermahlen
von Reis auf steinalten Getreidemühlen. Meine Neugierde war den Kambodschanern
genug, um mir Ihre Haustür zu öffnen.«
Nach dieser Erfahrung entschied sich die damals in Frankreich lebende
und arbeitende Le Roux zusammen mit Ihrem Mann, Michael Wolf, nach Hout
Bay zu ziehen und dort Andulela Experience aufzubauen.
Andulela ist ein Xhosa -Wort und heißt soviel wie »zuerst«
oder »der Erste sein« . Die Idee dabei war, dem Besucher die
erste authentische Südafrika-Erfahrung zu bieten. »Eine weitere
Bedeutung des Wortes ist, etwas hinter sich zu lassen, was gut zu unserem
Thema der interkulturellen Erfahrung passt.«
Le Roux arbeitet mit einem Netzwerk Einheimischer zusammen, die eine Reihe
an Erfahrungen bieten, und mit welchen Touristen interagieren und Ideen
austauschen können. Ursprünglich zielte Sie dabei nur auf den
ausländischen Markt, bemerkte aber schnell, dass das Produkt auch
ideal für Einheimische sei. »Viele von uns Südafrikanern
kennen noch nicht einmal unsere Nachbarn. Wir reisen in exotische Länder
und bemerken dabei gar nicht, dass es zum Beispiel hier im Bo-Kaap eine
Menge exotischer Erfahrungen direkt vor unserer Haustür gibt.«
Die Idee von Andulela ist es, kleinen Gruppen, von nicht mehr als acht
Personen, interaktive Mitmacherfahrungen aus verschiedenen Bereichen des
südafrikanischen Lebens zu ermöglichen. Unter diesem Motto bietet
Le Roux unterschiedliche Touren, wie beispielsweise das Tauchen mit Haien
und Seehunden, das hautnahe Erleben von wilden Pavianen, die Entdeckung
von Fossilien und Höhlenmalerei und die Teilnahme an der südafrikanischen
»Fynbos-Teezeremonie«
In der neuesten Tour, der Cape-Malay-Kochsession, die letzte Woche Premiere
hatte, haben Teilnehmer die Möglichkeit Rezepte auszuprobieren, die
seit Generationen übermittelt wurden. Die Cape-Malay-Kochtour
findet in Zainie Misbachs Haus auf der Rose Street statt, wo diese den
Bo-Kaap-Bazaar betreibt und Touristen mit traditionellen Malzeiten bewirtet.
Aber Touristen lehnen sich nicht nur zurück und essen es wird
selber Hand angelegt und gelernt, selber Gerichte zu kochen: Vom Ausrollen
der »Rotis« und füllen und falten der Samoosas
bis zum Mischen von »Masala«.
Misbach erzählt augenzwinkernd, dass sie die meisten ihrer Geheimnisse
lüftet, und nur die wirklich geheimen zurückhält. Misbachs
Schwester, Shereen Misbach, führt die Gruppe durch das Herz von Bo-Kaap,
wo diese Einiges über die Geschichte, Religion und Küche dieses
bunten und historischen Viertels lernt, bevor sie sich in der Rose Street
zum traditionellen Getränk »Boeber« versammelt.
Le Roux sagt, dass sie an verantwortungsvollen Tourismus glaubt. »Es
geht nicht darum, die Welt zu retten oder Almosen zu verteilen, sondern
darum, eine Balance zwischen den Bedürfnissen des Besuchers und jenen
der Region zu halten. Und dann geht es noch um Respekt, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis,
und darum, authentisch zu bleiben.«
Text: Helen Bamford
Bild: Leon Lestrade
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